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Blutspende in Jever (Jeversches Wochenblatt) PDF Drucken E-Mail
 
Mittwoch, 1. August 2007

BLUTSPENDE IN JEVER


 
 

 
 
 
 

 
 
Während die Leute vom Blutspendedienst Springe die Daten für die Aufnahme eingeben
.warten die Spendenwilligen geduldig, bis sie an der Reihe sind.
FOTOS: ONCKEN
 
 

 
 
Gerade in der Sommer-zeit werden die Blut­reserven in den Kranken-| häusern knapp, weiß Gudrun Janßen von der DRK-Bereitschaft.
JEVER/NC - „Oje, es pladdert ja wie verrückt. Da gehen doch die wenigsten aus dem Haus." Gudrun Janßen von der DRK-Bereitschaft Jever schaut mit ernster Miene aus dem Fens­ter. Sie befürchtet, der Blut­spende-Termin in der Haupt-und Realschule am Dannhalm könnte ein Flop werden. Gera­de diesmal, zum Jubiläum, wä­re das schade: Seit einem hal-ben Jahrhundert gibt es das Blutspenden in Jever. Deshalb haben sich die rund 25 ehren-amtlichen Helfer, die am Dienstag und Mittwoch mit dem Blutspendedienst des Ro­ten Kreuzes aus
Springe Freiwillige zur Ader lassen wollen, ganz besonders viel Mühe gemacht.
Doch die Sorge von Gudrun Janßen, in der Bereitschaft für den Sektor Blutspende zustän­dig, erweist sich als unbegrün­det. Schon zum Auftakt kurz vor vier bildet sich eine kleine Schlange vor dem Tisch, an dem die Leute aus Springe die persönlichen Daten der Spen­dewilligen aufnehmen. Die müssen einen Bogen mit allge­meinen Gesundheitsfragen ausfüllen, etwa beantworten, ob sie Medikamente einneh­men oder in letzter Zeit krank waren. Danach misst Melanie Janzen vom Blutspendedienst den Wert des Hämoglobins, des roten Blutfarbstoffs, der muss in einem bestimmten Be­reich liegen. Danach geht's zum Gespräch mit dem Arzt: Dr. Karl-Heinz Schulze, Urge­stein im Helferteam, checkt Bludruck und Puls, stellt schließlich die Spendefähig­keit fest und schaut auch sonst, „ob's allen gut geht", wie er sagt.
Dann ist alles klar zum Ab­zapfen, ein halber Liter Blut muss es sein. Anschließend fol­gen zehn Minuten im Ruhe-raum - ehe es die verdiente Stärkung gibt, um wieder Kräf­te zu sammeln. Und da kommt die Küchen-Mannschaft ins Spiel, zu diesem besonderen Anlass zaubern Elfi Fischer, Antchen Janßen und Erika Eg­gerichs etliche Leckereien: Bruschetta, einen bun­ten
bildete Krankenpfleger auch als Aktiver ein, sorgt im Ruhe-raum dafür, dass die eben zur Ader Gelassenen im Zweifels­fall lieber noch etwas länger lie­gen bleiben.
So weit ist es bei Hermann Peters noch nicht. Der 64-Jährige hängt noch an der Zapfstelle, Jörg-Carsten Hin­richs von der DRK-Bereitschaft schaut bei ihm nach dem Rechten. Zum 25. Mal istPeters beim Spenden dabei, für ihn Ehrensache. Carsten Cordes hingegen feiert seine Premiere als Blutspender; äußerlich ru­hig lässt er die Prozedur über sich ergehen. Alles halb so schlimm. Und der 18-Jährige hat sich vorgenommen, auf je­den Fall wiederzukommen.
Das hört Gudrun Janßen gerne, denn gerade jüngere Leute rücken viel zu wenig in den Kreis der Spender nach. „Dabei ist das doch so wich­tig", findet sie. „Jeder kann schließlich mal in die Lage kommen, auf eine Blutspende angewiesen zu sein, und wäre dann froh, wenn ihm geholfen wird." Die Rotkreuz-Frau schaut wieder aus dem Fens­ter. Es pladdert weiterhin. Doch trotzdem kommen im­mer noch Jeveraner, die spen-
den wohnen..Gudrun Janßen hat den Eindruck, dass es mehr sind als sonst. Und weil Jubiläum ist, erhalten alle zum Dank ein Blutspende-Bär­chen.
 
 
 
 
Gudrun Janßen freut sich, mit Peter Quandt einen eifrigen Hel­fer und Spender in ihren Reihen zu haben.
 
 
Bauernsalat, Tomate-Mozza­rella, einen Melonen-Mix, Panacotta und Tiralmisu. Als deftige Ergänzung grillen Gun-drun Janßens Mann Uwe und Karl Holst draußen, unterm Fahrradständer vor dem Regen geschützt, Steaks und Würst­chen. An der Essensausgabe haben Gudrun Janßens Schwiegermutter Inge und Emma Harken gut zu tun.
So weit läuft also alles rund. Inzwischen ist auch Gu-
drun Janßen entspannt, an der Aufnahme reißt die Schlange nämlich nicht ab. Das freut die stellvertretende Leiterin der DRK-Bereitschaft, die hofft, dass auch am nächsten Tag noch reichlich Spender kom­men. Denn sie weiß nur zu gut, dass gerade in den Sommer­monaten, in der Ferienszeit, die Blutreserven in den Kran­kenhäusern knapp werden. „Viele sindhaltim Urlaub." Da­bei sind Tag für Tag 3000 bis 3300 Spenden nötig im Ein­zugsgebiet des Blutspende­dienstes Springe: Nieder­sachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im La­bor werden die Spenden auf Infektionskrankheiten unter­sucht, wenn alles okay ist, kön­nen daraus die Blutpräparate entstehen, die im Notfall Men­schenleben retten.
Auf dem Gang trifft Gudrun Janßen auf Peter Quandt: „Das ist unser Aushängeschild", er­klärt sie schmunzelnd. Das Lob gilt dem Spender und dem Hel­fer. 1961 hat er zum ersten Mal etwas von seinem Blut herge­geben. „Ich war damals bei Olympia, und für die Spende gab's drei Stunden frei", erin­nert sich Quandt lachend. 142-mal war er inzwischen dabei. Vor 25 Jahren stieg der ausge-
 
 
Die Grillmeister: Karl Holst (rechts) und Uwe Janßen.
 
 
Jörg-Carsten Hinrichs von Rechten, als der sich Blut
 
 
der DRK-Bereitschaft schaut bei Hermann Peters nach dem abzapfen lässt.
Elfi Fischer, Antchen Janßen und Erika Eggerichs (von links) sorgen für den kulinarischen Nachschub.
 
 

 
                 
 
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