Einsatzkräfte simulierten Unfall mit einem Gefahrenguttransporter im Gewerbegebiet.
120 Mitglieder von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und DRK waren im Einsatz.
Rund 120 Einsatzkräfte der Feuerwehren Jever und Cleverns, des Rettungsdienstes Friesland, des Gefahrgutzuges des Landkreises, der Polizei und des Deutschen Roten Kreuzes übten am Sonnabend, den 12.11.2005 für rund zwei Stunden im neunen Gewerbegebiet Jever.
Uwe de Neidels, Leiter des Gefahrgutzuges, und Stadtbrandmeister Hans-Hermann Specht hatten das Übungsszenario ersonnen, die Feinheiten erarbeitete de Neidels. „Wir wollten einmal realitätsnah und ohne lange Vorbereitung eine Lage mit vielen Verletzten und gleichzeitig dem Einsatz des Gefahrgutzuges durchspielen“, sagte Specht, der zusammen mit de Neidels als Übungsbeobachter vor Ort war. Vertreter des Landkreises, der Stadt und auch Kreisbrandmeister Reinhard Oncken und Stellvertreter Hellmer Schönheim sahen sich die Übung an.
Es war die erste Übung dieser Größenordnung, und die erdachte Lage hatte es dann auch in sich: Beim Zusammenstoß eines Linienbusses mit einem mit Wasserstoffperoxid beladenen Gefahrguttransporters wird dieser Leck geschlagen, 15 Menschen in dem Bus erleiden Verletzungen durch das austretende Gefahrgut – sie klagen über Brennen auf der Haut und Hustenreiz. Als erster an der Einsatzstelle ist der Rettungstransportwagen, der die Lage feststellt und etliche Knöpfe drückt. Und die heißen: Alarmierung der Feuerwehr Jever und Cleverns zur großräumigen Absperrung des Unfallortes, Bereitstellung von Brandschutzmitteln aus Wasser, Schaum und Pulver und Hilfe bei der Personenrettung.
Unterdessen haben die Kräfte des Rettungsdienstes Friesland unter Leitung von Dr. Arne Scharff einen Verletztensammelplatz eingerichtet, versorgen, behandeln und entscheiden über den Weitertransport der (von der Schminktruppe des DRK hergerichteten) Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser. Dabei unterstützt wird der Rettungsdienst von rund 40 Helfern der per Gruppenruf alarmierten Kräfte der DRK Bereitschaften Jever, Schortens und der Schnellen Einsatzgruppe aus Sande. Im Verlauf des Einsatzes werden auch noch 4 Feuerwehrleute verletzt – insgesamt 19 Menschen müssen die Ärzte und Sanitäter behandeln.
Die Fachleute des Gefahrgutes haben mittlerweile eine gemeinsame Einsatzleitung mit der Stadtwehr Jever sowie einen inneren und einen äußeren Einsatzbereich gebildet. Während im inneren Bereich an der Beseitigung der Lecks gearbeitet wird, haben die Einsatzkräfte im äußeren Bereich eine Peripherie aufgebaut, die den inneren vollkommen abschottet, damit das Gefahrgut sich nicht unkontrolliert zum Beispiel an der Kleidung der Einsatzkräfte, ausbreiten kann. Ein wesentlicher Aspekt der Übung ist auch die regelmäßige Rückmeldung bei der Einsatzleitung gerade aus dem inneren Bereich heraus.
Auf Anhieb zufrieden war de Neidels mit den Ausrückzeiten insbesondere des Gefahrgutzuges. „ Der Zug hat eine lange Vorlaufzeit, da ihm Kräfte verschiedener Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis angehören. Und dafür war er schnell am Einsatzort“, sagte der Zugführer.
(Quelle: Jeversches Wochenblatt, den 14.11.2005)